
Fast jeder dritte Bürger in Deutschland im geschäftsfähigen Alter, ist Mitglied in einer Genossenschaft, Tendenz steigend, die...
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Am 03. Mai 2012 wurde die unmittelbar vor dem Abschluss stehende Machbarkeitsstudie „Genossenschaftliche...
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08.05.2012 |
Die Energiewende ist möglich - Welchen Beitrag leisten Energiegenossenschaften? |
Dr. Michael van Mark, BMU begrüßte die Teilnehmer und nannte in seiner Einführung fünf Aspekte, die aus seiner Sicht in der Diskussion um die Rolle von Energiegenossenschaften bei der Energiewende von besonderer Relevanz seien:
Bernhard Maron, KNI stellte die zentralen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor. 120502_Praesentation_Machbarkeitsstudie_Geno_KNi.pdf
Einen Überblick zu den Eigentümerstrukturen im Marktsegment der Erneuerbaren Energien gab Jens Gatena von trend:research. Hierbei wurde deutlich, dass Privatpersonen mit 39,7 Prozent die größte Eigentümergruppe bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien darstellen. Anders als bei der Eigentümerstruktur im Bereich der konventionellen Energieversorgung sei eine marktbeherrschende Position der (großen) Energieversorgungsunternehmen im Bereich der regenerativen Energieversorgung nicht festzustellen. Der hohe Marktanteil, der sich durch die Zurechnung (privater) Landwirte um weitere 10,8 Prozent erhöhen ließe, erkläre sich u.a. durch das starke Wachstum privat betriebener PV-(Klein-)Anlagen. Auch im Bereich der Windenergie habe sich der Anteil der Privaten in Form von Bürgerenergieparks in den letzen Jahren erhöht, siehe hierzu auch: Marktakteure%20Erneuerbare%20Energie%20Anlagen%20in%20der%20Stromerzeugung_03_11_2011.pdf
Jörg Mayer vom Verband Solarenergie (BSW) nannte vier Punkte, die aus Sicht der Solarwirtschaft für eine genossenschaftlich organisierte Energiewirtschaft sprächen:
Dezentralität: Genossenschaften gälten gerade zu als Prototyp für eine dezentral strukturierte Energieversorgung. Die räumliche Nähe zwischen Erzeuger und Verbraucher sei eine langfristig netz- und systemdienliche Eigenschaft und daher von besonderem Wert.
Bürgerbeteiligung: Durch die Mitgliedschaft in einer Energiegenossenschaft sei die Teilhabe und Mitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger an der Energiewende auf nahezu allen Ebenen möglich. Ökonomisch determinierte Partizipationsbarrieren würden beseitigt und so sei Beteiligung auch „ohne geeignetes eigenes Dach und wenig Geld möglich.“ Die Involvierung von Privatpersonen und kommunalen Akteuren fördere zudem die Möglichkeiten der Generierung regionaler Wertschöpfung.
Vorteile von Genossenschaften gegenüber privaten Betreibern von Kleinanlagen: Diese ergäben sich durch die Möglichkeiten von Genossenschaften Expertise z.B bei Fragen der Installation und dem Stromvertrieb einzuholen und so Kompetenzen zu bündeln. Die genossenschaftlich organisierte Betreuung von EE-Anlagen verspreche zudem Kontinuität sowie verbesserten Chancen der Effizienzsteigerung.
Quantitative Entwicklung der Energiegenossenschaften in den letzten Jahren: Als Erfolgsfaktor sei in erster Linie die Erhöhung der Einspeisevergütung für regenerativ erzeugten Strom im Zuge des EE-Gesetzes zu nennen. Zugleich warnte er vor den geplanten Kürzungen, die den Aufschwung kleinerer Energiegenossenschaften nicht gefährden dürften. Das Wachstum genossenschaftlich organisierter Unternehmen im gesamten Segment der EE sei im besonderen Interesse des Bundesverbands Solarwirtschaft.
Dr. Andreas Wieg, DGRV hob die festgestellte Dominanz von Energiegenossenschaften im ländlichen Raum sowie deren Ballungsschwerpunkte im westdeutschen Raum hervor. Aus dieser Erkenntnis ergebe sich die Herausforderung, das Image der Rechtsform Genossenschaft auch in den neuen Bundesländern zu verbessern um die Verteilungsstruktur zur Gunsten der östlichen Gebiete anzugleichen. Dazu sollte sich die Diskussion und Forschung aus einer Sicht auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:
bestehende und notwendige Strukturen in den Bereichen der Energieproduktion und Energievermarktung von Genossenschaften
die Verortung der Energiegenossenschaft als Teil einer systematischen Energieversorgung, Risiken und Finanzierungsmöglichkeiten von Genossenschaften bei der Speicherung von Energie
Motive zur Gründung genossenschaftlich organisierter Unternehmen
Des Weiteren betonte er die Kooperationsmöglichkeiten von Genossenschaften, die sowohl im Zusammenwirken von engagierten Bürgerinnen und Bürger als in der interkommunalen Kooperation ihren Ausdruck fänden.
Prof. Dr. Stephanie Hanrath, IfG Marburg stellte einige Ergebnisse der, von ihnen im Rahmen der Machbarkeitsstudie erarbeiteten Expertise zur Untersuchung von Dach- und verbundgenossenschaftlichen Lösungen der Kooperation vor.
Dachgenossenschaften_Hanrath%20Berlin%2003-05-12.pdf
Ulrich Birnberg, GDW sprach in seinem Beitrag über Wohnungsgenossenschaften als möglichen Motor der Energiewende und hinsichtlich der aktuellen Gründungswelle von Energiegenossenschaften von einer „Renaissance der Genossenschaft“. Die sich in der Wohnungswirtschaft offenbarenden Gründungswellen seien jedoch stets an die Verfügbarkeit von ökonomischen Kapital gekoppelt und so betonte er die Wichtigkeit der finanziellen Förderung des Genossenschaftswesen. Wohnungsgenossenschaften entlasteten durch genossenschaftliche Selbsthilfe und der Verantwortungsbereitschaft ihrer Mitglieder den Staat und brächten auch für die Energiewende großes Potenzial mit sich. Sie seien aufgrund der Energieversorgung, der sich im Eigentum der Genossenschaften befindlichen Wohnräume, ebenfalls als eine Form von "Energiegenossenschaften" anzusehen. Beim fälligen Austausch älterer Heizungssysteme könne durch Effizienzsteigerung große Effekte bei der Energieeinsparung erzielt werden. Aufgrund der hohen Kosten, die beispielsweise bei der Wärmedämmung von Wohnhäusern entständen und sich z.T. erst nach 20 Jahren für die Mitglieder der Genossenschaften rentieren würden, sei eine Akzeptanzsteigerung für die Sparten Klimaschutz und Erneuerbare Energie von besonderer Wichtigkeit.
Robert Spanheimer, Agrokraft GmbH widmete sich dem Thema der Bürgerbeteiligung an erneuerbarer Energiegewinnung auf dem Land. Die Umstellung auf eine dezentrale Energieversorgung impliziere eine grundsätzliche Aufwertung des ländlichen Raumes. Die Agrokraft GmbH habe sich zum Ziel gesetzt durch die Umsetzung von Projekten aus dem Bereich der EE regionale Wirtschaftskreise zu schließen und hierbei möglichst viele Menschen zu beteiligen. Dabei orientiere sie sich am Leitsatz „Das Geld des Dorfes dem Dorfe“, der eine starke Identifikation der Menschen mit den Projekten sowie Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit beinhaltete. Die Vorteile der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen Energie eGs ergäben sich durch die hohe Akzeptanz der Bevölkerung mit den Projekten die zudem sicherstelle, dass der wirtschaftliche Ertrag gerecht unter Bürgerinnen und Bürger, den Investoren sowie den Grundstückseigentümern und Kommunen verteilt werde und Strukturen zur Verbesserung von Technologie und Wirtschaftlichkeit geschaffen werden könnten.
2012_05_03_FWR_Energiegenossenschaften_Berlin.pdf
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